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District of Assentia: Ford ./. Gardner

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Virginia Meyers

U.S. Justice

Beiträge: 161

Beruf: Federal Judge

Bundesstaat: Freeland

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101

Dienstag, 13. Januar 2015, 23:13




District Court of Assentia
(Federal District Court for the Disctrict of Assentia)

Hambry - January 13th, 2015

--- Civil Case ---


Ford vs. Gardner

Judgement

Der Klage, darauf gerichtet:
1. festzustellen, dass die Identität des Abstimmenden mit der des Klägers übereinstimmt,
2. festzustellen, dass die Ergebnisverkündung fehlerhaft war,
3. den Kläger zu verurteilen, das Ergebnis der Abstimmung zu korrigieren.


wird stattgegeben.

So wurde es angeordnet.



A. Facts of the Plaintiff

I. Der Kläger ist Mitglied der State Assembly.

II. Bei der Abstimmung zur Regulation of Intoxicants Act Amendment Bill habe er seine Stimme abgegeben.
Der Beklagte übte die Sitzungsleitung aus.
Er erklärte am Ende der Abstimmung die Stimmabgabe des Klägers für ungültig, indem er die Identität des Klägers anzweifelte.

III. Der Beklagte behauptet, derjenige, der an der Abstimmung unter dem Namen Timothy Ford eine Stimme abgegeben hat, sei nicht der Kläger gewesen, daher ein anderer, der nicht stimmberechtigt sei, weshalb dessen seine Stimmabgabe ungültig sei.

IV. Der Kläger sieht somit seine Identität angegriffen und ALLE sich daraus ergebenden Rechte als gefährdet an.

B. Facts of the Defendant

I. Die Person, die am 31. Oktober 2014 um 19:22 h in der State Assembly von Assentia abgestimmt hat und deren Stimme der Beklagte als ungültig zurückgeweisen hat, kann unmöglich das Mitglied der State Assembly Mr. Timothy Ford aus Freyburg (Assentia) gewesen sein.

II. Der Kläger ist am späten Abend des 24. Oktober 2014 vor dem Gebäude des Obersten Gerichtshofes der Vereinigten Staaten in Astoria City zusammengebrochen und in das Astoria State University Hospital eingeliefert worden. Dort wurden eine Embolie und ein Schlaganfall diagnostiziert und der Kläger am folgenden Tag in ein künstliches Koma versetzt, aus dem er erst nach einer Operation am 2. November 2014 wieder aufgeweckt wurde. Erst weitere zwei Tage später, am 4. November 2014 abends, hat der Kläger die Krankenanstalt auf eigenes Risiko wieder verlassen.

III. Der Beklagte weiß nicht, wer sich in einer Abstimmung in der State Assembly von Assentia am 31. Oktober 2014 um 19:22 h als der Kläger ausgegeben hat und warum und ggf. auf wessen Veranlassung diese Person das getan hat. Es ist jedoch zweifelsfrei beweisbar, dass der Abstimmende nicht der Kläger gewesen sein kann. Da dieser zum Zeitpunkt seiner angeblichen Stimmabgabe nach einer Lungenembolie und einem Schlaganfall auf der intensivmedizinischen Station des Astoria State University Hospital behandelt und im künstlichen Koma gehalten wurde. Dies kann durch Zeugenaussagen sowie Unterlagen der Krankenanstalt bewiesen werden.

C. Reason

Simschweinerei, wie der Anwalt der Klägers es so treffend formulierte, ist ein in weiten Teilen unserer Nation verbreiteter Umstand. Diesen Umstand verdanken wir der Art unserer Nation. Wir sind eine Mikronation.
Eine Mikronation unterliegt ihren ureigensten Regeln und Vorgängen. Hier kann jeder jemand sein, der er im wahren Leben nicht ist. Sei es ein schwarzer oder ein weißer Mann. Eine schlanke oder eine dicke Frau. Ein Schwuler Bürgermeister, eine bisexuelle Abgeordnete, ein hetero Richter. Alt oder jung, Erwachsen oder Kind. Studiert oder ungebildet.
Es zeichnet uns aus, dass wir jedem die Möglichkeit bieten können, jeder zu sein. Alle haben die gleichen Chancen und Möglichkeiten. Und ein jeder kann sich und seinen Charakter in den vom ihm selbst vorgestellten Bahnen lenken und führen.
Wenn ein Polizeibeamter simulieren möchte, dass er einen Einsatz hat und diesen bewältigt, dann kann er das tun. Wenn ein Abgeordneter den Alltag in seinem Büro simuliert, dann kann er das tun. Und wenn der Präsident der Vereinigten Staaten simuliert, dass er im Rosengarten des Weißen Hauses Golf spielt, dann kann er das tun.
Regeln gibt es dazu sicher dutzende. Ungeschrieben, unausgesprochen, aber doch von allen akzeptiert und gleich. Die wichtigste Regel: Wer einen Simulationsstrang beginnt, der hat ihn auch federführend durchzuführen. Es ist sein Simulationsstrang und er entscheidet ihn auch. Doch eine andere, ebenso ungeschriebene, wie unausgesprochene Regel besagt, dass, wer andere in seine Simulation ohne deren Einwilligung einbezieht oder eine öffentliche Simulation, also eine an öffentlichen Plätzen, durchführt, der gibt seine Entscheidungsgewalt über seine Simulation zu einigen Teilen ab. Denn wer andere involviert, ohne dass sie es wollen oder weil sie öffentlich teilnehmen können, der kann nicht mehr den Anspruch haben, alleine zu bestimmen, wie die Simulation enden soll.

Im vorliegenden Fall nun hat der Kläger zwar eine öffentliche Simulation begonnen und andere ohne Frage involviert. Er hat simuliert, er wäre medizinisch angeschlagen, ja sogar so schwer erkrankt, dass er in ein Koma gefallen wäre. Andere, in der öffentlichen Simulation beteiligte, spielten diesen Simulationsstrang mit und verbrachten den Kläger in ein Krankenhaus. Dort wurde er innerhalb einer Hospitalsimulation behandelt. Und obwohl er in diesem Simulationsstrang noch nicht wieder aus dem Koma erwacht war, hat er zum gleichen Zeitpunkt an einer Abstimmung im Parlament von Assentia teilgenommen.

Die Zeit in Astor spielte in diesem Verfahren eine wichtige Rolle. Kann ein im Koma befindlicher Patient, zur gleichen Zeit an einer Abstimmung in einem Parlament teilnehmen? Ja, lautet die Antwort dieses Gerichts. Obwohl wir immer versuchen, innerhalb der Simulation alles so "rein" wie möglich zu halten, kann niemand verhehlen, dass auch die Zeit in unserer Nation ihren eigenen Gesetzen folgt. Fliegt der Präsident zu einem Staatsbesuch, kann dieser Flug schon nach zwei Minuten oder auch erst nach 48 Stunden zu Ende sein. Gerade so, wie es dem Präsidenten in sein "echtes" Leben passt. Wenn ein Governor in seinem Büro einen Brief schreibt, kann er schon Sekunden später auf einer Wahlkampfveranstaltung in einem anderen Bundesstaat teilnehmen. Gerade so, wie es dem Governor in sein "echtes" Leben passt. Wenn ein Bürger gerade seine Meinung bei einer Pressekonferenz des Weißen Hauses abgegeben hat, kann er Sekunden später am anderen Ende des Landes in seinem Haus sitzen und stricken.

Fakt ist, dass wir, trotz aller Versuche, niemals eine reine und unwidersprüchliche Zeit innerhalb der Simulation haben werden. Dies ist der Art unserer Nation geschuldet. Wir sind kein echtes Land, keine echt Regierung, kein echter Kongress. Unsere Charaktere sind keine echten Menschen, keine echten Senatoren, keine echten Polizisten. Es sind ausgedachte Personen, die das machen, was wir wollen, wenn wir es wollen. Und wir wollen es, wenn wir die Zeit dafür haben. Dass sich in unserer Nation innersimulatives und außersimulatives mischen, zeigt schon die Gesetzgebung. Der Citizenship Act vereint Elemente beider Seiten in sich und ist ein perfekter Beleg dafür, dass wir gerade in diesem Bereich nicht alles auf die Goldwaage legen sollten.

Dieses Urteil konnte nicht anders ausfallen. Denn niemand, wirklich niemand, kann in Astor für sich in Anspruch nehmen, jemals innerhalb der Simulation darauf geachtet zu haben, echte Zeiten, Wege und Umstände berücksichtigt zu haben. Denn das würde dieses Spiel wahrlich an den Rand seiner Existenz führen.

Das ein innersimulatives Gericht eine Entscheidung treffen musste, die in weiten Teilen auch außersimulative Gesichtspunkte berücksichtigen musste, ist Simschweinerei. Leider war sie nicht zu vermeiden.



Es wird daher festgestellt,
1. dass die Identität des Abstimmenden mit der des Klägers übereinstimmt und
2. dass die Ergebnisverkündung fehlerhaft war

Der Kläger wird verurteilt, das Ergebnis der Abstimmung zu korrigieren.



Gegen dieses Urteil steht das Rechtsmittel der Berufung beim Federal Court of Appeals for the Western Circuit gem. Ch. III, Art. 1, Sec. 1, Ssec. 1 in Verbindung mit Ch. III, Art. 1, Sec. 2, Ssec, 1 offen und ist innerhalb von sieben Tagen einzureichen.


Virginia Meyers
Federal Judge



Counselor Libertas,

ich habe selten vor Gericht ein solches Plädoyer gehört. Dass Sie diesem Gericht in dieser Art und Weise unterstellen parteiisch zu sein oder der einen oder anderen Seite mehr gewogen zu sein, ist einerlei. Wenn dies Ihrer Ansicht entspricht, so mögen Sie diese Ansicht vertreten.
Das Sie hingegen dem Gericht unterstellen, es würde kein Recht sprechen und vor allen Dingen Unrecht verkünden, vor allen Dingen und ausschließlich gegenüber Ihrer Person, werte ich als massiven Affront gegen dieses Gericht und als Missachtung dieser Institution. Wie ein Anwalt Ihres Formats derart verbittet von unserem Rechtssystem sein kann, mag sich mir nicht erschließen. Als Sie Anwalt wurden, sollte man Ihnen beigebracht haben, dass man auch einmal unterliegen wird. Unsere Gerichte begründen all ihre Entscheidungen ausführlich und nachvollziehbar. Wenn Sie dies nicht akzeptieren können, Counselor, dann legen Sie Ihren Beruf ab und folgen Sie einer anderen Bestimmung. Denn nur wenig erscheint mir anmaßender, als ein Rechtskollege, der seinen gesamten Berufsstand verdammt, beschimpft und beschmutzt, nur weil er begründet und nachvollziehbar unterliegt.

Für die Missachtung des Gerichts verurteile ich Sie zu einer Ordnungshaft von 5 Tagen. Da Sie Aufgrund Ihres Amtes des Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten für die Dauer Eurer Amtszeit Immunität gegenüber rechtlicher Verfolgung genießen, wird diese Ordnungsmaßnahme bis zum Ende Eurer Amtszeit ausgesetzt. Sie dürfen sicher sein, dass ich mich an sie zu gegebener Zeit erinnern werde.

Die Verhandlung ist geschlossen.

:hammer

Virginia Meyers
Associate Justice of the Supreme Court of the United States